Ein Buch schreiben?

„Ich könnte ein Buch schreiben!“ Haben Sie das auch schon gedacht? Oder gar gesagt? – „Aber mein Deutsch … nein, ich kann das nicht.“ Vielleicht war das bisher auch Ihr letztes Wort in dieser Sache?

Mit einem Finger bindet man nicht mal einen Schuh, und nicht jeder Autor hat in der Schule seinen Deutschlehrer begeistert. Gerne ergänze ich, wo Sie Unterstützungsbedarf sehen.

Ihre Lebenserfahrung kann anderen weiterhelfen? Sie haben in Gesprächen festgestellt, dass Ihre wertvollen Gedanken oder Ihr Wissen auch für Ihre Mitmenschen interessant sind?

Autobiografien sind ganz besondere Schätze; so lese ich in Russisch fast nur noch Autobiografien. Die Erinnerungen und Erfahrungen gereifter Menschen sind zwar nicht immer nur vergnüglich, aber immer gewinnbringend.

Übrigens: „Opas Feldpostbriefe“ sind für mich kein unüberwindliches Hindernis; wir hatten zu Hause kein Telefon, und die Großeltern wohnten weit weg. So gingen viele Karten und Briefe hin und her, und natürlich wollte ich nichts verpassen! Deshalb kann ich sowohl Sütterlin als auch alte deutsche Handschrift lesen.

Das Schreiben ist zunächst ein persönlicher Gewinn: Man setzt sich mit der eigenen Geschichte auseinander und gewinnt neue Einsichten, und in der oft schmerzhaften Erinnerung liegt oft Heilung. Schauen Sie der Wahrheit ins Gesicht und machen Sie sich frei, weil Sie denen vergeben, die Ihnen Unrecht zugefügt haben.

Dazu braucht man sicher Muße; Schreiben auf Knopfdruck ist nicht jedermanns Ding. Auch kostet es oft große Überwindung, Persönliches zu veröffentlichen. Aber wer sagt denn, dass Sie das müssen? Schreiben Sie zunächst einfach für sich selbst oder für Ihre Kinder und Enkel.

Vielleicht kommt „im Gehen“ dann eine Struktur, Sie bekommen Freude an Ihrem Werk. Sie sehen klarer, was in welches Kapitel gehört und wie Sie diese nennen möchten. Ihnen fällt noch etwas ein, ein weiterer Gesichtspunkt, eine längst verschüttete Erinnerung, vielleicht im Gespräch mit Freunden oder wenn Sie einen Brief schreiben, beim Spazierengehen oder mitten in der Nacht (spätestens dann kommen Papier und Stift wieder zu Ehren).

Sollten Sie lieber erzählen als schreiben: Sprechen Sie Ihre kostbaren Erinnerungen auf Kassetten auf oder benutzen Sie die Diktierfunktion Ihres Smartphones. Warum nicht zu einer Tasse Kaffee? Vergessen Sie dabei die Technik im Hintergrund und erzählen Sie Ihre wertvollen Erlebnisse Ihrem Zuhörer, denn auch Ihr Buch wird schließlich von Menschen gelesen. Gerne mache ich aus Ihren Sprachaufzeichnungen eine Textdatei, das heißt: Ich gebe sie in den Computer ein und kann dabei gleich sprachliche Unebenheiten glätten. Beim anschließenden Durchlesen entscheiden Sie dann, was Sie ergänzen, ändern oder auch streichen wollen.

Lassen Sie sich Zeit. Tun Sie es zunächst einfach für sich oder für Ihre Kinder und Enkel. Wenn Sie irgendwann spüren, dass jetzt der nächste Schritt erfolgen könnte, machen Sie den Härtetest:

Lesen Sie ein paar Seiten vor; am besten ist es, wenn die Zuhörer diese Gedanken, diese Begebenheit noch nicht kennen. Wie geht es Ihnen selbst beim Vorlesen? Unterbrechen Sie sich, um noch mündliche Erklärungen hinzuzufügen? Schreiben Sie diese Ergänzungen auf. Beobachten Sie auch Ihre Zuhörer: Hängen sie an Ihren Lippen, oder haben sie Mühe, Ihren Ausführungen zu folgen? Sind die Sätze zu lang oder manche Erklärungen zu langatmig?

Keine Sorge, Ihr Buch kann trotzdem zum Erfolg werden. Nehmen Sie Unterstützung in Anspruch. Suchen Sie sich jemanden, der Grammatik und Satzbau poliert, scheinbare Widersprüche aufspürt und im Dialog mit Ihnen klärt sowie unschöne Wortwiederholungen und ungewollte Provokationen „in Wohlgefallen auflöst“. Und ganz nebenbei der neuen deutschen Rechtschreibung Genüge tut, damit auch die Enkel Spaß am Lesen haben und sich gleich die richtige Schreibweise einprägen.

Sie könnten ein Buch schreiben? Gerne helfe ich Ihnen, Ihren Diamanten zu polieren, bis er in seiner vollen Schönheit erstrahlt. Rufen Sie mich einfach an oder schreiben Sie mir eine E-Mail.

Übrigens, falls Sie mit dem Computer „auf Kriegsfuß stehen“ sollten: Es geht auch ohne. Jahrtausende lang wurde mit Feder und Tinte große Weltliteratur geschrieben. Aber wenn Sie ihm erst einmal beibringen können, was Sie von ihm wollen, wird er Ihnen eine große Hilfe sein auf dem Weg zum Buch. Besuchen Sie einen Computerkurs für Senioren, besorgen Sie sich einen tragbaren Computer (Laptop, Notebook, auf gut Deutsch kann man so ein Ding übrigens auch „Klapprechner“ nennen) und gönnen Sie Ihren versierten Enkeln immer wieder mal ein Erfolgserlebnis. Dank Fernwartung braucht dazu keiner einen Fuß vor die Tür zu setzen! Vielleicht entdecken Sie zunächst einmal die Welt der E-Mails und wie einfach es ist, auf diesem Wege Fotos und schnelle Grüße auszutauschen.
Der Computer beißt nicht und er explodiert auch nicht, man muss ihn nur zu nehmen wissen. Er ist ein richtig gutes Universalwerkzeug und wird auch Sie begeistern, wenn Sie die ersten Hürden genommen haben. Keine Sorge, davon abhängig werden Sie sicher nicht. Sie haben Ihr Leben „ohne“ gemeistert, er ist Ihr Diener und Sie bleiben der Meister.
Auch auf dem Weg zu Ihrem Buch.